Schon in den Werken der klassischen römischen Verfasser wurde Parmigiano-Reggiano in Bezug auf ein bestimmtes Produktionsgebiet erwähnt. Man weisst mit Sicherheit, dass die Herstellung von Parmigiano-Reggiano innerhalb der Abteien der benediktinischen und zisterziensischen Mönche der Poebene schon im Mittelalter mit dem noch heutzutage verwendeten Verfahren angefangen wurde. Die Mönche, die gewandte Ackerbauern waren, sorgten dafür, die Sümpfe der Poebene zwischen dem Appennin und dem Fluss Po trockenzulegen. Sie machten die Äcker urbar und begannen die Felder mit Viehfutter zu besäen, um später zahlreiche Rinder züchten können. Die ersten Kulturen jener Felder waren Klee und Saatluzerne. Solche Weiden sind noch heutzutage unentbehrlich um die Kühe zu ernähern und um einen so schmackhaften und gut gereiften Käse zu erhalten. Dieser Käse besitzt einen wirklich zarten Aroma und benötigt gar keine Zusatzstoffe und Konservierungsmittel, welche im Gegenteil sogar schädlich für die Qualität von Parmigiano-Reggiano wären.
Erst damals und dank der Verfügbarkeit zahlreicher Stücke Vieh konnte die Herstellung von Parmigiano-Reggiano beginnen. Eine einzige Käseform, die sowohl damals als auch heutzutage bis zu 40 Kg wiegen konnte, benötigte nämlich ungefähr 600 Liter Milch. Es begannen die ersten kleinen Häuschen neben den Münstern und den grossartigen Schlössern errichtet zu werden. Diese waren kleine viereckig- oder polygonalförmige Gebäude, die man noch heutzutage auf unserem Land sehen kann. Die Milch wurde dorthin verarbeitet. Das stellte im XII Jahrhundert die Wiege von Parmigiano-Reggiano dar.
In jener Zeitperiode begann der Handelsaustausch zwischen den verschiedenen religiösen Gemeinschaften in Italien und in Europa. Jener Austausch brachte mit sich die fruchtbare Erfindung verschiedener hochwertigen Nahrungsmittel, die noch heutzutage geschätzt werden: es handelte sich um ausgezeichnete Biere, wertvolle Branntweine, grossartige Rotweine und Sekte, einzigartige Käse. Die Mönche wollten nicht nur grosse Viehzüchte haben, sondern auch in ihren Küchen und Labors wichtige Experimente durchführen. Sie verstanden dass, wenn man die Milch zweimal erhitzt, und wenn das an einer angemessenen und kontrollierten Temperatur erfolgt, eine kaum wasserhaltige Masse erhältlich ist. Das ist die ideale Voraussetzung um einen Käse herzustellen, der lang haltbar, mit einem hohen Nährwert und geschmackvoll ist. Ab sofort konnten die grossen und glänzenden Käseformen die Aufmerksamkeit der Händler auf sich lenken, die sie von den Münstern der Poebene quer durch die ganze Welt brachten und kennenlernen liessen. Die Herstellung von Parmigiano-Reggiano wurde seit damals hauptsächlich nicht verändert, genau weil die Stärke dieses unvergleichlichen Käses von der unverletzbaren und strengen Beachtung der Tradition herkommt.